Pressespiegel - "Sorglos"
Berliner Morgenpost, 10. September 1999:
  Im Niemandsland
Werkstatt der Kulturen: Celina Muza mit neuem Programm

...denn die Muza kommt von den großen Bühnen Krakaus und Warschaus, wurde in ihrem Heimatland für ihre 
Chansoninterpretationen mehrfach ausgezeichnet und behauptet sich auch im für sie neuen Niemandsland Berlin 
mit ganz eigenständigen bluesig-jazzig-balladesken Liedern... 
Sie war im Grünen Salon "Madonna, Hexe und Clown und gibt sich nun , mit neuen Bandbegleitern wie dem
Türken Mustafa Boztüy an der Percussion und ihrem songpoetischen Herzbuben Stefan Kling am Klavier, 
ganz "Sorglos"...
 
 

Berliner Zeitung, , 13. Januar 2000:
  Schön, dass ihr da seid

... erwartungsvoll wie eine Kinderschar vor der Bescherung, mit vom Kerzenlicht illuminierten Gesichtern 
lächelt ihr das Publikum entgegen.....ihre kräftige, schöne Stimme, die so sanft und auch so resolut sein 
kann, wird von den Pianotönen Stefan Klings umspült. Ihre Stammmusikerin Magdalena Sulkowska reibt 
schwungvoll den Violinbogen, ein Pferdehaar nach dem anderen durchtrennend, Wolfgang Musick zupft den Bass.
Bei jedem Auftritt sorgen wechselnde Gäste für eine unterschiedliche musikalische Gestaltung. Diesmal ist 
es der Saxofonist, Jan von Klewitz, der zart in sein Instrument haucht, dezent im Hintergrund wie die anderen
Musiker - es ist ganz Muzas Show. Überzeugend gibt Celina Muza, die neben Gesang auch Schauspiel studiert hat,
die Gequälte, die Leiderfahrene, die schmerzvoll-wissend nickt und ungebrochen weiter träumt und weiter glaubt. 
Wenn sie ihre melancholischen Stücke vorträgt, tritt der Muza das Wasser in die Augen, 
und ihre Zuhörer sind hingerissen........ 
 
 

Oldie Markt, Februar 2001
Platte des Monats

Die polnische Diseuse Celina Muza verknüpft auf Sorglos die Tradition mit der Moderne

...Chansons haben nur am Rande mit der Popmusik zu tun. Die literarische Qualität der auch gern als Kunstlied bezeichneten Gattung trennte diejenigen, die sich dieser Stilart verschrieben hatten, von den immer etwas über die Schulter angesehenen Kollegen, die sich in den Niederungen des Schlagers oder der Popmusik herumtrieben. Das sich hinter dieser Rhetorik gerne auch schlicht das Unvermögen verbarg, gute Musik zu schreiben, wurde nur ungern oder unfreiwillig zugegeben. Auftritt Celina Muza, die auf ihrer neuen Platte eine Verknüpfung von Chansons und Popmusik vorstellt.
Das äußert sich so, daß die Texte in der Tradition der Gattung stehen, und auch für anspruchsvolle Hörer ein erfreuliches Niveau besitzen. Doch daneben ist die Musik kein mehr oder minder störendes Beiwerk, sondern sowohl die Sängerin als auch ihre Musiker liefern schlicht richtig gute Lieder ab. 
Ob die Melodien, die Soli oder die Arrangements: All das ist erstklassig und befriedigt beide Fraktionen: Die die gerne schöne Stücke hören und die, die sich gerne bei den Texten etwas denken. Und als Clou gibt es „Flugzeuge im Bauch” von Herbert Grönemeyer in polnische Sprache noch obendrauf. Eine bemerkenswert gute Produktion...
MR 
 
 

Berliner Morgenpost, 20.02.2001 
Madonna und Clown
„Sorglos” in der Kalkscheune: Celina Muza pflegt den polnischen Schauspiel-Song

...Melancholisch schmachtet das Saxofon, sanft säuselt das Piano, Gitarre, Bass und Perkussion treiben Jazzgesang reinsten Wassers voran, „Sorglos”, der erste und titelgebende Song von Celina Muzas zweiter CD, enthält bereits alle Ingredenzien des sorgfältig gearbeiteten, präzise getexteten und von dem Stettiner Komponisten Piotr Klimek jazzig-poppig arrangierten neuen Klangreigens der seit fünf Jahren die Berliner Chansonszene bereichernden Polin ...

... Celina Muza setzt auf für sie maßgeschneiderte lyrische Texte und große Instrumentierung. Herausgekommen ist eine wohltemperierte Mischung, passgenau zwischen Sentiment und Ironie, Folklore und Pop, Aufbegehren und Verweigerung ... 

... Auf Galas ist die Vollblutmusikerin ein Knaller, beim alljährlichen Chansonfest gilt sie ebenso als feste Größe, wie in der Werkstatt der Kulturen. Denn ohne sich das Etikett „Multi-Kulti” aufzukleben, die polnische Chansonette schöpft aus dem Fundus der Weltmusik und beschäftigt den türkischen Power-Percussionisten Mustafa Boztüy und den niederländischen Saxofonisten Christof May ...
Ute Büsing
 
 

Tagesspiegel, 21.02.2001 
Chanson populär

Celina Muza präsentiert ihre neue CD „Sorglos”

...Wenn in Deutschland von „Chanson” die Rede ist, schwingt ein elitärer Anspruch mit, der in seinem Ursprungsland Frankreich nicht zwangsläufig gegeben ist. Die Polin Celina Muza ist auf dem besten Weg, das Genre wieder auf einen mehrheitsfähigen Teppich zu bringen – wie es Alexandra oder Udo Jürgens gelungen ist. Grundlagen sind die eingängigen Melodien von Piotr Klimek und anderen polnischen Komponisten sowie die deutschen Texte handverlesener Berliner Autoren. Das Spektrum reicht vom schlichten, romantischen Liebeslied bis zum pfiffig arrangierten Ohrwurm, der sich über den Fußballwahn lustig macht. Eine wunderbar swingende Combo bereitet den musikalischen Teppich für die Schauspielersängerin, die jedes Lied als kleine Geschichte interpretiert...
 
 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2001
W brzuchu – Celina Muza mit neuen Liedern

... Der Szczeciner Komponist Piotr Klimek knüpft mit seinen Kompositionen an die großen Traditionen des polnischen Chansons an. Seine Kompositionen wirken in den besten Momenten so raffiniert, unheimlich und zauberhaft wie der Shakespearsche Ardennerwald. Gemischt aus Jazz, Blues und Pop, geht es doch vielmehr um die geschickten Einschärfungen – hier ein Cembalo, das unter fast militärisch zu nennender Percussion verschwindet, dort Musette-Zitate, wieder woanders Trompetenstöße und immer wieder diese perlenden Klavierläufe.

Trotz aller textlicher Ungereimtheiten ist Celina Muza eine Sängerin zu nennen, die die Meister ihres Berufsstandes verehrt. Die Sehnsucht nach Frankreich, die die Polen seit Generationen überkommt, wird hier offenbar. Ihr dunkles, samtiges Timbre, das so sehr zu Marlene Dietrich und Hildegard Knef paßt, daß sie anfangs ganze Abende mit Liedern der Kolleginnen bestritt, dieses Timbre sucht nach mehr Witz und Weisheit, als es das Berliner Brettl momentan zu bieten hat. Celina Muza besitzt die Kraft für ein böses Couplet, wenn sie in „Keiner soll mir vergeben“ darüber singt, daß die Stunde des Todes immer auch die Stunde der Heuchler ist und in den Zeitungsnachrufen meist von Narren die Rede ist ...

... polnische Mischung aus folkloristischen Weisen und weltgewandtem Jazz. Und wenn sie dann noch Lieder in ihrer Heimatsprache singt, schwimmt darin die ganze Melancholie eines europäischen Landes. Auf ihrer neuen Platte wagt sich Celina Muza an eine Übersetzung von Herbert Grönemeyer und gewinnt nach Punkten. Sein „Flugzeuge im Bauch“ macht sie zu „Helikopter w Brzuchu“. Nie hat man ein schöneres Remake gehört...
Ingolf Kern.
 

Internet Musikmagazin www.bloom.de,22.02.2001 

...Die Chansonsängerin präsentiert ihre Lieder in Begleitung von sechs Musikern. Mit Flügel, Violine, Bass, Percussion, Schlagzeug, Saxophon und Klarinette fast schon ein kleines Orchester. Grandios klingen dann auch die Passagen, in denen die Musiker die Instrumente gemeinsam in voller Lautstärke einbringen. Celina Muza bringt alle Stimmungsvarianten der Lieder authentisch zur Geltung. Mal sanft und leise dann wieder kraftvoll, mit vollem Elan. Auch die Lieder in polnischer Sprache, zu denen ich auf der CD keinen rechten Bezug finden konnte, haben live eine ganz andere Ausstrahlung.

Das Gefühl und die Lebenslustigkeit der Lieder übertragen sich auf das Publikum. Der Applaus wird mit Zugaben belohnt. Bei der dritten gehen dann die Lieder aus und es gibt noch einmal das sehr schöne Lied "Ich lieb dich mehr" – ein Kompliment an die Zuhörer?..
Kai Schmidt.
 
 

Tagesspiegel, 25.01.2001 
Traurig bin ich sowieso 

...Sie tänzelt nicht, sondern tanzt. Sie lächelt nicht, sie lacht. Celina Muza ist eine Chansonnette mit Bodenhaftung. Und doch singt, sinnt und siegt sie mit dem leisen Spiel ihrer Mundwinkel. Zu Beginn benutzt sie ihre Band und das Publikum als Stichwortgeber, um sich in gute Laune zu jubeln. Doch der Mantel der Melancholie, in den sie sich dann hüllt, bedarf kaum noch einführender Worte. Und nachdem Muza die ungeschriebenen Gesetze einer polnischen Party erklärt hat, gerät auch ihre rhythmusstarke Band in Rage, als ginge es ums letzte Fest. Auf ihrer gerade erschienenen neuen CD "Sorglos" vertont die Sängerin aus Gdansk nicht nur die lyrischen Zeilen einer Handvoll Berliner Texter. Sie interpretiert auch Hits wie "Rosemary's Baby" von Krzysztof Komeda mit deutschem, oder Herbert Grönemeyers Liebeskummer-Ballade "Flugzeuge im Bauch" mit polnischem Text. Muza will sich dabei nicht ins Korsett überkommener Chansons zwängen. In der Kalkscheune, wo sie sich durch ihre Balladen raucht, gibt sie zuerst eine in Weinrot gewandete Chanteuse. Später wird sie zu einer strengen Diva in Lederhandschuhen und grauem Mantelkleid, die sich schließlich bis aufs Negligé entblättert. Anything goes. Muza untermalt schwermütige Inrospektion, aber auch ihren humorigen Blick über die deutsch-polnische Grenze mit einer Stimme, die so kräftig ist wie der eigene Lippenstift. Dazu wartet die sechsköpfige Band mit viel Fingerspitzengefühl auf, changiert zwischen Jazzcombo und Zigeunerkapelle, schlagkräftiger Pop-Gruppe und einsamer Geige. Muza beherrscht die Kunst, ihre herb-melancholischen Lieder in so ausgefeilte Arrangements zu verpacken, dass das Publikum getrost sorglos bleiben darf...
Roman Rhode 
 

Berliner Zeitung, 27.02.2001 
Helikopter w brzuchu
"Flugzeuge im Bauch" auf Polnisch: Celina Muza stellt ihre neue CD vor

...Celina Muza - schon dieser Name ist Musik. Die in Danzig geborene Sängerin und Schauspielerin bereichert die Berliner Chanson-Szene wirkungsvoll um slawische Elemente. Vor sechs Jahren trat sie das erste Mal in Berlin auf, in "Cyrano" am Theater des Westens. Zwei Jahre später zog sie ganz hierher und fand bald ihre "Haus-Violinistin" Magdalena Sulkowska. Sie schleppte sie zu einem Auftritt im Grünen Salon der Volksbühne und bekam zu hören: "Was für eine Geigerin!" 
Zu den Release-Konzerten für ihre neue CD "Sorglos" hat Celina Muza weitere hervorragende Musiker versammelt: Holzbläser Christof May stammt aus Amsterdam, Schlagzeuger Jan Dalibor hat tschechische Großeltern und einen britischen Akzent, hinzu kommt der türkische Star-Percussionist Mustafa Boztüy - eine multikulturelle Truppe. Wenn Muzas Musiker loslegen, dann zünden emotionale Bomben, die eine Gänsehaut nach der anderen auslösen und Tränen in die Augen treiben. Und der deutsche Pianist Christoph Reuter begleitet so sensibel, als ob er sogar bei ihren polnischen Texten jedes einzelne Wort verstehen würde. Celina Muza dominiert das Ganze mit der Grazie einer Katze, die sich auf Samtpfötchen von Song zu Song bewegt. Und sie kann dabei so komisch sein wie im Fußball-Ohrwurm "Balla, balla mit dem Fuß". 

Eigentlich sollte sie nicht mehr lange ein Geheimtipp sein, diese beeindruckende Chansonette mit der Marlene-Dietrich-Aura...
Uta Falck
 

BM live, 28.02.2001 
Sorglos im Grenzbereich

...Gut vier Jahre ist es her, seit Celina Muza mit ihrem Marlene-Dietrich-Liederabend die Berliner Chansonfans aufhorchen ließ. In ihrer Heimat hatte sich die die ausgebildete Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen gemacht. Mittlerweile hat sie auch in der hiesigen Szene einen festen Platz gefunden, was allerdings mitnichten heißt, dass sich die vielseitige Polin auf einen Stil hat festnageln lassen ...

... Nun veröffentlicht Celina Muza die, auf ihrem gleichnamigen Chansonprogramm basierende CD „Sorglos”: Deutsche Chansons, eigenwillig arrangiert im Grenzbereich zu Jazz und Pop, auf einer Gratwanderung zwischen Sentimentalität und Ironie...
Annette Speck