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GLAUB` NIEMALS WAS DU SIEHST
Musik : Jerzy Satanowski Originaltext: Magda Czapiñska 
Deutscher Text: Norbert Tefelski

Bildergefülltes Gebäude,
wo manche Träne fließt,
sei es aus Pein oder Freude – 
Glaub´ niemals was du siehst.

Nebelmaschinenwolken
fliegen im Wind querfeldein
Nichtsein und Sichtbarsein verfolgen
sich im falschen Sonnenschein.

Kamerafahrt zum Abhang,
Tod in Cinemascope.
Die letzte Klappe ist kein Abgesang:
Weiter zum nächsten Job on the Top.

Tragische Charaktere
sammeln als Opfer Sympathien,
die sie während der schweren Karriere
dann als Täter schnell verlieren.

Gefühlskalt oder sinnlich,
Teeny und alte Tante:
alles war ich schon, alles das kenn´ ich
in jeder Variante.

Wer lebt, der will gefallen.
muß hoffen, daß Applaus braust,
denn keiner von uns allen
kommt aus dem Lichtspielhaus raus.

Damen und Herren in Dramen,
in denen man küßt oder schießt,
sind nur Phantome mit Namen –
Glaub´ niemals , was du siehst.

In ihm, den du für ein Genie hältst,
ist auch ein Narr verborgen.
Der Glanz, vor dem du auf die Knie fällst,
verblaßt vielleicht schon morgen.

Die eine findt´ dich zickig
und ein anderer sensibel.
Auch du wärst gerne glücklich –
Wen nimmst du nun als Spiegel ?

Wir sind im großen Kino
Akteure und das Publikum
der eig´nen Inszenierung,
mal schlau und manchmal dumm.

Gedächtnislücken sind Schnitte,
als Soundtrack flattert und fließt
Atem in jeglichem Rhythmus –
Glaub´ niemals, was du siehst.

Wo immer Menschen wohnen
erschaffen sie sich Projektionen,
weil jeder will, daß sich sein Leben lohne –
Schreib´ dir ein gutes Drehbuch !

Glaub´ niemals, was du siehst...

© N. Tefelski 1998